Buchbinderhandwerk in NRW 
als immaterielles Kulturerbe anerkannt

Das Buchbinderhandwerk gehört jetzt auch zum immateriellen Kulturerbe Nordrhein-Westfalens. Die Aufnahme in das Landesinventar würdigt die kulturelle Bedeutung des traditionsreichen Handwerks. Der Bund Deutscher Buchbinder sieht darin zugleich einen Auftrag, die Ausbildung des Nachwuchses zu stärken.

Bei der Übergabe: (v.l.) Andrea Plessmann, Claudia Determann für das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, und Maik Beckmann.

Bei der Übergabe: (v.l.) Andrea Plessmann, Claudia Determann für das NRW-Ministerium für Kultur und Wissenschaft, und Maik Beckmann.

Die Eintragungsurkunde wurde am 23. September im Ministerium für Kultur und Wissenschaft in Düsseldorf überreicht. Für den Bund Deutscher Buchbinder nahmen der Vorsitzende Maik Beckmann und Andrea Pleßmann die Auszeichnung entgegen. Maik Beckmann ist zudem im Vorstand der Kreishandwerkerschaft Ruhr und Obermeister der Buchbinder-Innung für den Bezirk der Handwerkskammer Dortmund. Mit der Aufnahme würdigt das Land die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung des Buchbinderhandwerks. Die Eintragung macht zugleich dessen Beitrag zur kulturellen Vielfalt Nordrhein-Westfalens sichtbar.

Bereits seit 2021 bundesweit anerkannt
Schon 2021 wurde das Buchbinderhandwerk in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damals war Maik Beckmann bereits Initiator des offiziellen Aufnahmeantrages. Die Anerkennung auf Landesebene folgt nun aufgrund einer Weiterentwicklung des Aufnahmeverfahrens. Kulturformen aus Nordrhein-Westfalen, die erfolgreich für das bundesweite Verzeichnis vorgeschlagen wurden, werden künftig auch in das Landesinventar übernommen. Für das Buchbinderhandwerk bedeutet die Eintragung eine weitere öffentliche Anerkennung seiner über Jahrhunderte gewachsenen Techniken und Fertigkeiten. Das Handwerk verbinde traditionelle Verfahren mit gestalterischer Kreativität und dem Erhalt von Kulturgütern, so Maik Beckmann.

Nachwuchsausbildung soll Tradition sichern
Bei der Urkundenübergabe hob der Bochumer Handwerksmeister insbesondere die Bedeutung der Nachwuchsförderung hervor. Die Weitergabe handwerklicher und gestalterischer Fähigkeiten sei entscheidend, um die Tradition langfristig zu erhalten und gleichzeitig weiterzuentwickeln. „Wir verstehen diese Auszeichnung zugleich als Auftrag, unsere Tradition zu bewahren, unser Wissen weiterzugeben, jungen Menschen eine hochwertige Ausbildung zu ermöglichen und das Buchbinderhandwerk auch für kommende Generationen lebendig zu halten“, erklärte Beckmann.