Drei Jahrzehnte hat Johannes Motz als Geschäftsführer die Geschicke der Kreishandwerkerschaft Ruhr und ihrer Innungen geprägt. Es waren bewegte, energiegeladene Jahre: mit Hunderten von Vorstandssitzungen und Innnungsversammlungen, zwei Fusionen, dem Bau der Akademie des Handwerks Ruhr und der KH-Geschäftsstelle im Innovation Springorum und vielem mehr. Am 31. Januar 2026, seinem letzten Arbeitstag, wurde Johannes Motz in den Ruhestand verabschiedet. Der Rahmen: ein familiäres Beisammensein mit den Ehrenamtsträgern "seiner" Innungen und Kreishandwerkerschaft, Mitarbeitenden, engen Wegbegleitern und der Familie - locker, aber mit viel Wertschätzung und Wir-Gefühl. 200 Gäste waren gekommen, um ihn mit stehenden Ovationen für sein außerordentliches Engagement zu verabschieden.
Die Laudatio auf den scheidenden Geschäftsführer hielt Ehrenkreishandwerksmeister Johann Philipps. „Heute schließt sich für mich ein Kreis - denn vor 30 Jahren durfte ich einen Mann einstellen, den wir heute in den Ruhestand verabschieden. Es ist mir daher eine sehr persönliche Freude und große Ehre, hier sprechen zu dürfen. Vom ersten Tag an war klar: Dieser Mann brennt für das Handwerk, mit Disziplin und Selbstbewusstsein, bis zum letzten Tag. Sein erstes Großprojekt war das Bildungszentrum, mit Architektenwettbewerb, Ausschreibungen bei einer Fördersumme von 40 Millionen DM und dem Bau ab dem Spätherbst 1999. Am 1. Oktober 2001 ging die Akademie in Betrieb. Es war eine intensive Zeit, aber schnell war klar: Das ist nicht das letzte große Projekt. Zum Jahreswechsel 2003/ 2004 folgte die Geschäftsstelle auf Springorum. Dazu der ganz normale Wahnsinn des Alltags: Sitzungen wurden vor- und nachbereitet, die Kammerarbeit, Arbeitsmarktprojekte und vieles mehr. Es gab keine Veranstaltung, bei der du gefehlt hast - Du warst immer präsent und 30 Jahre lang 24 Stunden am Tag für das Handwerk da - mit Verlässlichkeit, Loyalität und tiefem Verständnis für das Ehrenamt. Für dich war immer klar: Das Ehrenamt entscheidet und trägt unser Handwerk! Du warst der Motor im Hintergrund, der kompetent und ohne Verzögerung gearbeitet, zusammengeführt, ermöglicht, den Ehrenamtsträger den Rücken frei gehalten hat, damit sie ihre Arbeit machen können. Wenn ein Mensch so arbeitet, dann schafft er Vertrauen und bringt Sicherheit, die aus der Stabilität erwächst“, so Ehrenkreishandwerksmeister Johann Philipps.
Im Anschluss an die persönlichen Ausführungen des Ehrenkreishandwerksmeister folgten Worte des Dankes von Handwerkskammer-Präsident Berthold Schröder und Buchbinder-Obermeister Maik Beckmann, der ihm als Erinnerung ein Buch mit Bildern aus 30 Jahren seines Wirkens überreichte.
Sodann ergriff Kreishandwerksmeister Wolfgang Hoffmann das Wort und bat zudem seine Kollegen Markus Dürscheidt, Hans-Joachim Drath und Maik Beckmann zu sich nach vorne. "Lieber Johannes, vieles von dem, was du heute erlebst, war im Vorfeld schon lange, sehr lange abgesprochen. Ganz so, wie du es sonst auch gemacht hast. Nur diesmal ohne dich. Der fehlende Geschenkhinweis auf der Einladung hatte einen tiefen Sinn! Eine längst beschlossene Überraschung, ein ausdrücklicher Wunsch aus dem Kreise der Obermeister! Es ist ein gemeinsames Geschenk aller Innungen aus Bochum, Ennepe-Ruhr und Herne, Castrop-Rauxel, Wanne-Eickel. Ein Geschenk, das nicht nur Dank ausdrückt, sondern vor allem das, was du über all die Jahre gelebt hast: Das Wir. Und genau dieses Wir spiegelt sich in diesem gemeinsamen Geschenk wider. Wir haben lange überlegt, was wirklich zu dir passt. Und dabei kam sehr schnell ein Gedanke: Du hattest immer Zeit für uns. Für die Betriebe. Für die Innungen. Für das Handwerk. Aber viel zu selten Zeit für dich selbst. Zeit und Handwerk – das kann eigentlich nur eins bedeuten: Eine Uhr. Eine Uhr mit persönlicher Widmung. Ein ehrliches Dankeschön. Ein Zeichen unserer Wertschätzung. Und eine Erinnerung an eine Zeit, die Spuren hinterlassen hat. Und damit nicht genug: denn auch dein Herzensanliegen, die Arbeit der Stiftung Von Werkstatt zu Werkstatt - Berufliche Bildung durch Handwerk und Mittelstand, unterstützen wir mit einer Spende. Danke für alles. Und jetzt – genieße den neuen Abschnitt. Glück auf und Gott segne das ehrbare Handwerk."
Nach den emotionalen Schlussworten des sichtlich gerührten Johannes Motz klang der besondere Tag bei Speisen und Getränken aus, während noch bis in den Abend gelacht, geherzt und viele Anekdoten und Erinnungen ausgetauscht wurden.













