Interview mit Tobias Schmidt, Geschäftsführer der HWK-Bildungszentren
Wie ist das Bildungszentrum Handwerk auf die aktuellen und künftigen Herausforderungen eingestellt?
Als Handwerkskammer betreiben wir fünf Bildungszentren mit drei Standorten in Dortmund sowie jeweils einem in Bochum und Soest. Insgesamt bringen wir in allen Bildungszentren zusammen jährlich rund 27.000 Kursteilnehmer auf Erfolgskurs und bereiten die nächste Handwerker-Generation auf ihre Zukunft vor. An einigen Standorten besteht gewisser Sanierungsbedarf, nicht aber in Bochum, da es derzeit das Modernste im Bestand ist. Dennoch darf man die zukünftigen Bedarfe nicht außer Acht lassen und wir betrachten alle Zentren im Zusammenhang. Wir haben im gesamten Bezirk eine ideale Auslastung. Neben baulichen Themen kümmern wir uns vor allem fortlaufend um die Ausstattung der Werkstätten, sodass die Auszubildenden ideal vorbereitet werden. Beispielsweise wurde für den Bereiche Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik eine Wärmepumpe angeschafft, um ein Anschauungs- und Übungsobjekt vor Ort zu haben.
Welche Services werden besonders stark nachgefragt?
Der Standort Ruhr bildet primär die überbetriebliche Lehrlingsausbildung sowie einen Teil der Tischler-Meisterschule ab. An der Ardeystraße in Dortmund, um einen weiteren Standort zu nennen, steht zudem die Aufstiegsfortbildung im Fokus. Neben den Meisterschulen gibt es aber weitere für die Betriebe relevanten Kursangebote, die nicht jedem bekannt sind. Ich denke da zum Beispiel an das Kunststoffschweißen für den Rohrleitungsbau.
Wie blicken Sie insgesamt auf den Wandel der Berufsbilder?
Ob „Wandel der Berufsbilder“ tatsächlich immer der treffende Begriff ist, möchte ich hinterfragen. Zweifellos erleben wir insbesondere in Branchen wie dem Kfz- oder dem SHK-Handwerk neue und teils komplexere Anforderungen. Im Kern bleibt jedoch unverändert, dass es auf den fachlich versierten und souveränen Umgang mit den täglichen Aufgaben ankommt – und zwar auf Basis einer soliden, zeitgemäßen Ausbildung. Unser Anspruch ist es, in unseren Bildungszentren für sämtliche Handwerksberufe ein passgenaues Lernumfeld zu bieten.
Foto: Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) / Universität Duisburg-Essen
