Steuerbonus für Handwerksleistungen:

Kreishandwerkerschaft Ruhr sieht Abschaffung kritisch

Der Bundesrechnungshof stellt aktuell den Steuerbonus für Handwerksleistungen infrage und diskutiert eine mögliche Abschaffung. Aus Sicht der Kreishandwerkerschaft Ruhr würde dieser Schritt an der Realität im Handwerk vorbeigehen und ein falsches Signal senden. Der Steuerbonus habe sich in der Praxis als wirksames, einfaches und transparentes Instrument erwiesen, um legale Auftragsvergabe zu fördern, Schwarzarbeit einzudämmen und regionale Betriebe zu stärken. Davon profitieren nicht nur Handwerksunternehmen und Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern auch Staat und Gesellschaft durch zusätzliche Steuereinnahmen, Sozialabgaben und gesicherte Beschäftigung.

Statement der Kreishandwerkerschaft Ruhr zur Diskussion um den Steuerbonus für Handwerksleistungen

Wolfgang Hoffmann, Kreishandwerksmeister, und Jens Probst, Geschäftsführer:
„Die Überlegungen zur Abschaffung des Steuerbonus für Handwerksleistungen gehen an der Realität im Handwerk vorbei. Was als ‚unwirksame Subvention‘ bezeichnet wird, ist in Wahrheit ein bewährter Anreiz für Verbraucherinnen und Verbraucher, Aufträge legal zu vergeben. Der Steuerbonus sorgt dafür, dass Arbeit offiziell beauftragt wird, Betriebe auslastet und Beschäftigung im regionalen Handwerk sichert. Gerade weil es sich um ein vergleichsweise einfaches und transparentes Instrument handelt, entfaltet es eine große Wirkung – direkt bei den Menschen.

Die immer wieder angeführten sogenannten Mitnahmeeffekte lassen sich nicht isoliert betrachten. Entscheidend ist die Gegenfrage: Wie viele dieser Aufträge würden ohne den Steuerbonus gar nicht oder nur in der Schattenwirtschaft stattfinden? Legale Handwerksleistungen schaffen Wertschöpfung, sichern Beschäftigung und führen zu Steuern und Sozialabgaben, die dem Gemeinwesen zugutekommen.

Eine Abschaffung wäre deshalb ein falsches Signal – an Betriebe ebenso wie an Verbraucherinnen und Verbraucher. Wer Schwarzarbeit ernsthaft bekämpfen, Steuerehrlichkeit sichern und regionale Wertschöpfung stärken will, darf ein funktionierendes Instrument nicht leichtfertig aufs Spiel setzen.“