Zentrale Herausforderung:

Jeder dritte Betrieb plant Übergabe

Ein Drittel der Handwerksbetriebe im Kammerbezirk plant in den kommenden fünf Jahren eine Betriebsübergabe. Das Ergebnis der aktuellen Sonderumfrage der HWK Dortmund, bei der rund 600 Unternehmen geantwortet haben, zeigt: Im Handwerk rückt dieses Thema zunehmend in den Fokus. 14 Prozent wollen diesen Schritt bereits kurzfristig innerhalb von zwei Jahren gehen, weitere 19 Prozent im Zeitraum danach.

Damit gewinnt der Generationswechsel deutlich an Bedeutung. Die befragten Betriebe sind im Schnitt rund 16 Beschäftigte groß, gleichzeitig liegt das Durchschnittsalter der Inhaber bei 52 Jahren, knapp 30 Prozent sind bereits 60 Jahre oder älter. Parallel bleibt die Fachkräftesituation angespannt – fast jeder dritte Betrieb hat offene Stellen. Das schmälert auch den Kreis potenzieller Nachfolger. Besonders im Fokus, so Gabor Leisten von der HWK, steht das Bau- und Ausbaugewerbe mit kapitalintensiven Betrieben. 

Als größtes Hindernis nennen die Betriebe die Suche nach geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolgern. Mehr als die Hälfte sieht hierin das zentrale Problem. Dahinter folgen die Bewertung des Unternehmens sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Hoher Beratungsbedarf
Zwar gibt es klare Präferenzen bei der Übergabe: Wo Pläne bestehen, dominiert die familieninterne Nachfolge (38 Prozent), gefolgt von Übergaben an Mitarbeitende (18 Prozent). Gleichzeitig ist bei rund einem Drittel noch völlig offen, wer den Betrieb übernehmen soll.

Auffällig ist zudem der hohe Beratungsbedarf. Viele Betriebe setzen auf Steuerberater oder die Handwerkskammer. Dennoch hat sich ein erheblicher Teil bislang kaum vorbereitet: Mehr als ein Drittel hat noch keine konkreten Schritte zur Übergabe eingeleitet. Hier sieht die HWK ein großes Potenzial für Beratung und Begleitung.

Neben der Übergabe spielt auch die Betriebsaufgabe eine Rolle. 13 Prozent der Betriebe ziehen eine Schließung in Betracht – häufig, weil sich keine tragfähige Nachfolgelösung findet oder die wirtschaftliche Basis fehlt.  Hier sind oft kleinere Handwerksbetriebe betroffen.

Gabor Leisten: „Die Nachfolge ist kein Randthema mehr, sondern eines der großen Zukunftsaufgaben des Handwerks.“ Gelingen Übergaben nicht, stehen nicht nur Betriebe, sondern auch Arbeitsplätze und Fachwissen auf dem Spiel.   W-m